Catherine Milliken über NIGHT SHIFT

 

 

 

Frankfurt/Offenbach/Berlin. „Komponieren ist ein Weg, wie man Menschen zusammen­bringt“, definiert Catherine Milliken erfrischend unkonventionell. Am Sonntag, den 27.2.2022 wird im Capitol Offenbach im Rahmen des cresc… Festivals ihr Stück „Night Shift“ (2021) aufgeführt. Darin sind die Zuhörenden als Mitwirkende gefragt. …weiterlesen

Manos Tsangaris zu „PYGMALIA“

Manos Tsangaris (*1956) hat für PYGMALIA Musik, Text, Licht, Ton, und Szene durchkomponiert und ist gleichzeitig Regisseur. – Foto von Fabian Stürtz.

 

Frankfurt. Pygmalia schafft sich den idealen Mann. Im gleichnamigen Musiktheaterstück von Manos Tsangaris ist sie Videokünstlerin. Und Bildhauerin, analog zu ihrem mythologischen Vorbild Pygmalion, der sich in sein eigenes Werk so sehr verliebte, dass die Liebesgöttin Venus sich erbarmte und die Statue zum Leben erweckte. …weiterlesen

Trio con Brio in Darmstadt

Das Trio con Brio aus Kopenhagen, das im Großen Haus des Staatstheaters Darmstadt zu Gast war, besteht aus den beiden in Korea geborenen Schwestern Soo-Kyung Hong (Cello) und Soo-Jin Hong (Violine), sowie dem Pianisten Jens Elvekjaer, der mit der Geigerin verheiratet ist. Das Besondere dieser kollektiven Persönlichkeit erschloss sich in Haydns Klaviertrio Nr. 44, das zum Einspielen diente, noch nicht so recht, zumal das Klavier darin von den Streichen eher flankiert als herausgefordert wird.

Charles Ives

Dem folgte das erfrischende Trio für Violine, Violoncello und Klavier von Charles Ives (1874 -1954). Der Yale-Absolvent gilt als Pionier einer von europäischen Vorbildern befreiten amerikanischen Musik. Dieses Trio erinnerte an ein Experiment seines Vaters, der Armee-Kapellmeister war: Er ließ mehrere Musikgruppen auf ein gemeinsames Zentrum zumarschieren, wobei sei völlig verschiedene Stücke spielten. Auch im Trio des Sohnes spielt jede Stimme etwas anderes. Doch es wirkt aufeinander bezogen: Kontrapunkt vom Feinsten.

Hermann von Helmholtz

Zu Ives‘ „Vatermilch“ gehörten Werke von Johann Sebastian Bach und darüber hinaus die „Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik“ von Hermann von Helmholtz (1821-1894). Dem Physiker und Arzt hatte das Ensemble Modern im vergangenen Jahr ein Portrait-Konzert zum zweihundertsten Geburtstag gewidmet. Auf der Pressekonferenz dazu sagte Günther Wess, Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München, mit dieser Schrift ließe sich erklären, warum zeitgenössische Musik oft nicht gemocht wird: „Neue“ Musik packt bisweilen Klänge zusammen, die sich in höheren Obertonbereichen dermaßen unangenehm aneinander reiben, dass so mancher Hörer sich innerlich verschließt. Mit Helmhotz‘ Lehre, die vor allem eine Intonationslehre ist, hat Ives sich beschäftigt und die beiden Streicherinnen wohl auch. Denn bei aller Disparatheit der Themen spürte man eine souveräne harmonische Einheit. Zugleich glaubte man in dieser Interpretation Charles Ives vor sich zu sehen, wie er die meisten seiner Mitmenschen unabhängig von ihrem Alter und Geschlecht als „nette alte Damen“ verspottete. (Anzufügen, dass „nett“ für ihn ein Schimpfwort war, ist wohl überflüssig.)

Trio con Brio und Trios im Trio

In Ludwig van Beethovens Klaviertrio B-Dur op. 97 spürte man eine klare Allianz der beiden Koreanerinnen gegenüber dem bisweilen überaus empfindsamen Wikinger, der sich seinerseits stark genug zeigte, um die Herausforderung der Opposition zu genießen, die mächtig aufwallen, sich aber auch aufs Magnetischste zurücknehmen konnte. Im zweiten Satz, dem fünfteiligen Scherzo, gestaltete Cellistin Soo-Kyung Hong das Fugato-Thema im ersten „Trio“ überschriebenen Binnenteil zu einer eigenen, fesselnd erzählten, tiefgründigen Geschichte. Im zweiten „Trio“ innerhalb dieses Scherzo-Satzes, einem Wiener Walzer, wurde spürbar, dass das Trio con Brio sich 1999 an der Wiener Musikhochschule zusammengefunden hat. Im Finalsatz schien der Notentext gegen den Strich gebürstet, um andere Facetten als die gängigen zum Leuchten zu bringen.

Die wahrhaftig bezaubernde Zugabe war der dritte Satz aus Dvořáks Dumky-Trio.

DORIS KÖSTERKE
13.1.2021

Gespräch mit dem Schlagzeuger Moritz Koch

Frankfurt/Köln. „Sobald ich sage, wo ich meinen Master gemacht habe, öffnen sich Türen“, sagt Moritz Koch. Der 1997 geborene Schlagzeuger war 2020/21 Stipendiat der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) und hat diesen Studiengang an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst mit der Bestnote abgeschlossen. Nun setzt er an der Kölner Musikhochschule noch ein Solistenstudium bei Dirk Rothbrust und Carlos Tarcha drauf. Parallel arbeitet er mit verschiedenen freien Ensembles in vielen freien Projekten …weiterlesen

Ausblick auf das Festival cresc… 2022

FRANKFURT. „MeWe“ ist cresc… 2022 überschrieben. Das Festival für aktuelle Musik soll an fünf Festivaltagen zwischen dem 25. Februar und dem 5. März 2022 in Frankfurt, Darmstadt und Offenbach stattfinden. Das Motto stammt aus dem wohl kürzesten Gedicht der Welt: „Me We“. Gedichtet hat es Muhammad Ali (1942-2016), der Boxer wurde, weil man ihn als Menschenrechtsaktivist zunächst nicht erhören wollte. …weiterlesen

Patrick Lange dirigiert Lindberg und Weill

 

WIESBADEN. Im jüngsten Sinfoniekonzert „WIR3“ des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden im Friedrich-von-Thiersch-Saal stammte eins von zwei Werken aus dem zwanzigsten, das andere aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert. Der Beifall war jeweils überaus lang und herzlich. Zweifellos galt er der Person des dem Intendanten entflohenen Generalmusikdirektors Patrick Lange. Sicher auch dem Orchester, das höchst solidarisch und engagiert mit ihm zusammenarbeitete. Aber wohl auch den Werken. …weiterlesen